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Projekt "Woll-Fühlen" an der Willy-Hellpach-Schule


Im Februar und März 2026 treffen sich SchülerInnen und Lehrkräfte nach der Schule im Mehrzweckzimmer der Willy Hellpach Schule. Frau Frasek, die Sonderpädagogin der Schule, hat hier den Raum in ein gemütliches Setting umgewandelt. An der einen Seite stehen Snacks und Getränke, auf der anderen Seite breitet sich ein Meer aus Farben und Flausch aus – denn hier findet das Woll-Fühlen statt.

Dieser Workshop richtet sich an SchülerInnen der Oberstufe. Jetzt stehen sie kurz vor dem Abitur und der Leistungsdruck nimmt spürbar zu. Das Unterstützungsteam der WHS berichtet seit Jahren, dass SchülerInnen kurz vor den Abschlussprüfungen vermehrt über Schlaf- und Konzentrationsstörungen klagen. Die Zahl der Beratungen zu depressiven Gedanken steigt – ebenso wie der Absentismus. Für alle ist klar: Der Druck wirkt sich negativ auf die SchülerInnen aus.

Aus dieser Einsicht entsteht die Idee, SchülerInnen einen Wohlfühlraum anzubieten. Es ist wichtig, über Ängste, Sorgen und Fragen zu sprechen - gerne in einem nieder-schwelligen Angebot, ohne dass „das Problem“ im Fokus steht. Solche Gespräche wirken nicht nur präventiv, verhindern eine Zuspitzung der Situation, sondern können einen langfristigen Effekt auf das Lernverhalten haben.

Frau Walther mit einer Schülerin
Stricken mit Nadeln oder der Strickliesel zum Leiern
Große Auswahl an Wolle zum Wohlfühlen

Fotos: WHS

Zusätzlich ist bekannt, dass das Arbeiten mit den Händen sich positiv auf die Konzentration sowie auf die Motivation auswirkt, denn der Erfolg ist sichtbar. Dies zeichnet sich auch in den sozialen Medien ab, denn „traditionelle Hobbys“ wie Kochen, Fermentieren/Einlegen, Nähen, Gärtnern oder Stricken erfreuen sich größter Beliebtheit.

Nimmt man diese Faktoren zusammen, ergibt es Sinn, einen handwerklichen Workshop für SchülerInnen anzubieten, besonders in einer Schulform wie dem Wirtschaftsgymnasium, in der musische Fächer nicht unterrichtet werden. Mit der Unterstützung der Manfred Lautenschläger-Stiftung werden Wolle und Stricknadeln angeschafft. Für jeden soll etwas dabei sein. Da es sich um eine gemischte Gruppe handelt, Anfänger sitzen neben Fortgeschrittenen, wird eine Kunsterzieherin hinzugeholt, die den Workshop leitet.

Der Workshop findet an drei Nachmittagen statt, um möglichst viele SchülerInnen anzusprechen. Schnell gesellen sich freiwillig auch weitere Lehrkräfte hinzu. Es entsteht eine lockere Atmosphäre, in der kleine Strickprojekte gestartet werden, die ersten Maschen angeschlagen und ein reger Austausch (auch zu schulischen Themen) herrscht, bei dem viel gelacht wird. Das Zusammenkommen von SchülerInnen und Lehrkräften funktioniert. Es wird über Zukunftspläne gesprochen, über Studienabsichten und Umwege im Lebenslauf. Nebenbei erfreuen die entstehenden Strickreihen. Lehrkräfte und SchülerInnen begegnen sich auf Augenhöhe, hierarchische Strukturen werden aufgeweicht und das Fragen fällt leicht(er).

Das Projekt ist ein voller Erfolg und trägt insgesamt zu einem guten entspannten Miteinander, einem respektvollen Verstehen und dem neugierigen Austausch bei.

Strickliesel zum Leiern
Stricklieseln neben dem Strickergebnis
Zum Wohlfühlen gehört auch das leibliche Wohl ...

Fotos: WHS

Aktualisiert am 25. März 2026