Ernster Inhalt unterhaltsam dargestellt - Theaterstück "Jungfrau ohne Paradies" an WHS aufgeführt

Ernster Inhalt unterhaltsam dargestellt – so lässt sich das interaktive Theaterstück „Jungfrau ohne Paradies“ wohl treffend beschreiben. In gleich zwei Aufführungen zeigte das Drei-Personen-Ensemble an der Willy-Hellpach-Schule den Schülerinnen und Schülern eindrücklich, wie sich vor allem junge Menschen in Deutschland radikalisieren und sich etwa dem IS anschließen.
Aufmerksam auf das Theaterstück wurden Präventionslehrerin Dr. Nicole Fassmeyer und Schulsozialarbeiterin Tanja Escher über den Präventionsnewsletter der Polizei Heidelberg. „Daraufhin haben wir uns das Stück angeschaut und fanden es eine spannende Möglichkeit für unsere Schülerinnen und Schüler, sich mit dem Thema Radikalismus auseinanderzusetzen“, so Escher. Ganz ähnlich sah es Schulleiter Bernhard Stehlin. „Wir hören regelmäßig von Attentaten und dem Krieg der IS. Wir finden es wichtig mit Schülerinnen und Schülern über dieses Thema zu sprechen, um zu informieren und aufzurütteln.“
In der gut 60-minütigen Aufführung stehen der von Existenzängsten geplagte, wenig erfolgreiche Rapper Paul und dessen DJ-Freund Cem sowie Pauls Freundin Johanna im Fokus. Paul sucht schließlich Halt im islamischen Glauben und radikalisiert sich schnell. Moslem Cem will seinen Freund Paul zur Vernunft bringen und wird schließlich auch von Pauls Freundin unterstützt, die zunächst noch hinter Paul stand und sich ihm zu Liebe sogar verschleiern wollte.
Bei der Aufführung an der Willy-Hellpach-Schule erlebte das in ganz Deutschland aufgeführte Stück, das sich in Gänze der Jugendsprache, teilweise Ghetto-Slang bediente, sicherlich ein Novum. Die Schülerinnen und Schüler zeigten sich selbst als interaktives Publikum und gingen nicht nur auf die Rollen-Kommentare der drei Schauspieler ein. Ein Schüler meinte gar, es sei klar, dass Paul keinen Erfolg habe, da er kein guter Rapper sei. Der Schüler wurde schließlich von Cem auf die Bühne gebeten, um zu zeigen, dass er es besser könne. Und in der Tat: Der Schüler rappte fast schon professionell auf einen von einem Mitschüler mitgebrachten Beat, was Cem zu der Aussage „Respekt, Bruder“ trieb.
Die Schülerinnen und Schüler hatten nicht nur aufgrund dieser Einlage ihre Freude an der Aufführung. „So macht Theater Spaß. Aber die Thematik war schon krass“, war die einhellige Aussage der Zuseher, die in der Nachbesprechung unisono ihre Ablehnung gegenüber dem IS und einer möglichen eigenen Radikalisierung nachdrücklich zum Ausdruck brachten. Das Stück hat seine Wirkung nicht verfehlt.